Das Systembrett und die Arbeit mit inneren Anteilen
Von Lisa Z. · Zuletzt aktualisiert am

Ich, Lisa, die Gründerin von Selfdimension, bin spezialisiert auf IFS - die systemische Therapie mit der inneren Familie nach Richard Schwartz. Die "innere Familie" beschreibt dabei nicht die Herkunftsfamilie im klassischen Sinn, sondern innere Anteile, die in ihrem System einem Familiensystem ähneln - wodurch auch der Begriff für die Methode entstand.
Die Arbeit mit inneren Anteilen ist weitreichend und sehr verbreitet, sie beschränkt sich also nicht nur auf das IFS-Modell.
Worauf ich in meiner Arbeit als IFS-Beraterin immer wieder stoße, ist eine regelrechte Fülle an inneren Anteilen, die die Klienten (und in manchen Fällen auch die Therapeuten) häufig überfordern können. Besonders bei komplexen traumatischen Themen formieren sich viele Schützer-Anteile um den ursprünglichen, gut vergrabenen Schmerz.
Das Selfdimension Brett als Externalisierungs-Tool kommt mir hierbei zugute. Besonders bei folgenden zwei Situationen greife ich während einer Sitzung gerne auf das Brett zurück:
1. Dann, wenn innere Anteile sehr stark und präsent sind und immer wieder ans Steuer wollen.
Es erscheint simpel, doch es funktioniert häufig (vielleicht gerade deshalb?): Die einfache Tatsache dem Teil ein Symbol zu geben sowie sich selbst als Figur daneben zu stellen, schafft bereits eine erste Erleichterung. Der Klient sieht, dass der Teil nur ein Teil von ihm ist und er selbst jedoch mehr als das. Das ist es was wir mit der "Entmischung" erreichen wollen. Dies funktioniert selbstverständlich nicht nur mit einem inneren Anteil, sondern auch wenn mehrere Anteile "mitreden".
2. Dann, wenn sich sehr viele innere Teile zeigen und der Klient davon überfordert ist.
Es ist nicht selten, dass Teile in einer Formation auftreten. Deshalb mag ich es, dass Richard Schwartz in seinem Modell den Systemcharakter so stark integriert hat. Die inneren Teile wirken in einem ausgeklügelten System - sie schützen sich teilweise gegenseitig, gehen Bündnisse ein oder stehen in einer Polarisierung zueinander. Manche kennen einander, manche wissen nichts von der Existenz der anderen.
Gerade dann wenn viele Teile auf einmal auftreten, ist eine Visualisierung sehr hilfreich. Sie schafft nicht bloß Abstand, sondern ist auch eine wichtige Erfassung des inneren Zustands. Ihr Dilemma so klar vor sich zu sehen, löst in den meisten Klient:innen eine Art von Verständnis für sich selbst aus. Dies ist der erste Schritt zur Akzeptanz und produktiven Arbeit mit den Teilen.
Mein größtes Bedenken wurde widerlegt
Mein größtes Bedenken war anfangs, dass das Aufstellungsbrett ablenkt und die Klient:innen aus dem Gefühl in den Kopf bringt, wodurch sie den Kontakt zu den Teilen verlieren könnten. Tatsächlich ist meist das Gegenteil der Fall. Die Visualisierung, auch wenn diese sehr abstrakt ist, unterstützt das Gefühl.
Da die, ich nenne es gerne "Magie", in der Vorstellungskraft der Klientin passiert, war mir bei der Entwicklung des Selfdimension Bretts das Design und die Einfachkeit besonders wichtig: Weder das Design noch die Technik sollten in irgendeiner Form vom inneren Prozess und innerem Kontakt ablenken. Die Magie liegt nicht in Selfdimension, sie liegt im Klienten. Selfdimension ist bloß ein unterstützendes Tool, das jene Magie begleitet.
Wie wir es erreichen konnten, dass das Selfdimension Brett auch bei erstmaliger Anwendung des Klienten kaum Erklärung bedarf, erfährst du in meinem Artikel über digitale Hemmungen.
Du kannst Selfdimension 14 Tage lang ganz unverbindlich und kostenlos testen. Hast du Anregungen oder Wünsche? Wir freuen uns immer über Feedback und eine Kontaktaufnahme!